Kapitel I – Das Tal empfängt

Seit mehr als zwei Jahrzehnten kommen junge Menschen mit ihren Hunden nach Segnas — und gehen als etwas anderes wieder fort. Hier ist aufgeschrieben, was passiert, wenn man Zeit mitbringt, einen Hund als Partner — und Ohren, die langsam lernen, zuzuhören.

Die Autotür geht auf, und der Hund ist schon draussen, bevor man selbst steht. Berge, frische Luft, das Durcheinander von Stimmen und Gepäck — und irgendwo dazwischen das Gefühl, dass dieser Ort einen schon kennt. Seit 1998 treffen sich hier Jugendliche aus der ganzen Schweiz, jedes Jahr ein wenig anders, jedes Jahr von Grund auf neu. Das Tal ist still, aber nicht leer. Es wartet einfach.

Am Anfang ist alles noch unbekannt: das Zimmer, die Namen der Leiterinnen und Leiter, die anderen Hunde. Aber in dem Moment, in dem man seinen Hund anlächelt und er die Nase hebt, ist die erste Verbindung schon gezogen. Segnas bei Disentis ist kein gewöhnlicher Ort — es ist ein Startsignal. Wer hier ankommt, bringt seinen Hund. Und bald bringt der Hund den Rest.